FDP-Fraktion Mitte (Berlin)

Zentraler Festplatz: Schule vs Schausteller

Die Pläne der SPD in der BVV Mitte, den Zentralen Festplatz zum Schulstandort umzuwidmen, halten wir für eindimensional und ignorant. Unstrittig ist: der Bezirk braucht mehr Schulplätze, aber das kann nicht zulasten der Schaustellerinnen und Schausteller geschehen. Diese vertreten ein aussterbendes Gewerbe, das es in Berlin ohnehin schon sehr schwer hat. Hier müssen die Betroffenen in die Planungen langfristig mit einbezogen werden und nicht einfach übergangen.

Richtig ist, dass es keine Denkverbote für neue Schul-Standorte geben darf. Aber eine einfache Umwidmung des Geländes des Zentralen Festplatzes am Kurt-Schumacher-Damm kann es nicht geben - zu groß sind die Herausforderungen vor Ort. Volksfeste und Rummel erhalten in Berlin leider weder von den Bezirksämtern noch seitens der Landespolitik die notwendige Unterstützung. Andere Bundesländer sind da deutlich weiter und engagierter: So arbeiten bspw. in Nordrhein-Westfalen Städte und Gemeinden gemeinsam mit den Festbetreiberinnen und Betreibern und dem Schaustellgewerbe Hand in Hand, um tragfähige Konzepte für alle zu entwickeln. In Berlin ist die Organisation eines Rummels - und damit ist nicht das 365-Tage-Oktoberfressfest auf dem Alex gemeint - mehr als schwierig. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass Veranstalterinnen und Veranstaltern eher Steine in den Weg gelegt werden, als hier Kulturgut zu fördern.

Sollte der Zentrale Festplatz nun auch noch komplett geschlossen und für andere Zwecke genutzt werden, ist es absolut notwendig, den Schaustellern alternative Möglichkeiten in anderen Stadtteilen zur Ausführung ihrer Geschäfte einzuräumen und dort für glückliche (Rummel-)Kinderaugen sorgen zu können. Hier geht es nämlich auch darum, dass schöne Momente nicht nur in schwarz-weißen Fotoalben festgehalten werden, sondern für die Kinder der Hauptstadt auch erlebbar bleiben.

Zudem wird es ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen den nicht zentral gelegenen "Zentralen Festplatz" überhaupt so vernünftig an den ÖPNV anzuschließen, um dort Schulbetrieb stattfinden lassen zu können. Alleine die Prüfungen werden Jahre in Anspruch nehmen.