Afrikanisches Viertel: Gedenkkultur voran bringen

Mahnendes Erinnern gerade an schlimme Zeiten deutscher Geschichte ist wichtig. Wir dürfen bei allen Diskussionen um das Afrikanische Viertel das Gedenken nicht vergessen.

 

Aus diesem Grund brachte die FDP-Fraktion Mitte zur BVV-Sitzung im Mai einen Antrag ein, in dem das Bezirksamt aufgefordert wird, jetzt die Initiative zu ergreifen und einen deutschen Gedenkort an den Genozid an den Herero und Nama von 1904 einzurichten. Land, Bund und Botschaft von Namibia sollen dabei einbezogen werden.

 

Das Afrikanische Viertel steckt in einer langjährigen und lebhaften Debatte um seine Straßennamen. Der sichtbare Anlass für notwendige Diskussion über geschichtliches Erbe und historische Verantwortung darf allerdings nicht einfach entfallen.

 

Auch aus diesem Grund hatte bereits 2011 unsere BVV beschlossen, einen „Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel“ zu schaffen. Mit Info-Stele, kolonialgeschichtlichem Rundgang und erklärender Website aus Mitteln des Programmes „AktionsraumPlus“, mit der sowohl vor Ort als auch von zu Hause aus die Geschichte des Afrikanischen Viertels erkundet werden kann, ist bereits einiges geschehen.

 

 

Vergangenes Jahr bezeichnete allerdings die Bundesrepublik Deutschland den Genozid an den Herero und Nama zum ersten Mal offiziell als Völkermord, eine Entschuldigung an den von unseren deutschen Landsleuten gepeinigten Völkern ist geplant. Jetzt ist es daher an der Zeit, dass im Jahr 113 nach den grauenhaften Taten in Deutschland ein offizieller deutscher Gedenkort an den Herero-Aufstand eingerichtet wird.

 

Hier ist unsere Chance als Bezirk Mitte, den Anstoß zu geben für einen erweiterten Lern- und Gedenkort im Afrikanischen Viertel. Schaffen wir mit der Botschaft von Namibia, dem Land Berlin und der Bundesregierung gemeinsam den deutschen Gedenkort.